Moebius /2 18.9.2005, 0:00

Der Redakteur, mit dem ich erst unlängst ein Gespräch für eine Ankündigungssendung desÖsterreichischen Rundfunks geführt habe, hat versprochen, mir eine CD beim Portier des Funkhauses zu hinterlegen, ich kann sie auf dem Weg zur Garderobe meines in der Ankündigungssendung angekündigten Auftritts abholen.
So einfach geht das aber nicht, ich erlebe ein Beispiel, wie eine genaue Adressierung (so genau, dass ganz sicher nichts daneben gehen kann), die Fähigkeit zu Improvisieren lähmt, eben, weil ja alles so genau auf dem Packerl oben steht. Zwar ist mein Name diesmal korrekt geschrieben (keine aufkeimenden Mythen), und auch, dass ich vorbeikomme, es abzuholen. Die Datumsangabe aber schießt meine schöne CD in eine moebiusschleifenartige Umlaufbahn: Der Tag meines Besuchs beim Funkhausportier ist Freitag, der 16. September. Auf der CD-Hülle steht: z.H. Hr. Bertl Mütter. Kommt am Samstag (18.9.).
Ich weiß nicht, ob das Geschenk im Samstag-Fach oder im 18.9.-Fach gelegen ist; unter Aufbietung aller uns gemeinsam zu Gebote stehenden Kreativität haben wir es schließlich an Hand des Namens identifiziert (es wurde ja nicht, wie jene Nachricht unlängst, telefonisch hinterlegt).
Wundern täte es mich ja nicht mehr an dieser Portiersloge in diesem sympathischen Haus.
Möbius-Schleife
Moebius-Schleife



Moebius /1 17.12.2004, 0:00

In einem Einrichtungshaus sehe ich ein Plakat, auf dem der blinde Dichter Stephen Kuusisto mit seiner Braille-Schreibmaschine und seinem Golden Retriever abgebildet ist. Aus dunklen Brillen lächelt er verschmitzt in die Kamera. Das Photo ist von Elliott Erwitt, und selbstverständlich ist es schwarzweiß. Das Statement des blinden Finnen katapultiert mich in eine gedankliche Moebius-Schleife: Das Licht stelle ich mir so vor, wie Sie es sich nicht vorstellen können.
Sowas macht wieder Mut (Im Zweifel mehr als fünfzackige elektrische Seesterne).



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